Wenn Du ein Setting schreibst, erschaffst Du mehr als nur einen Hintergrund – Du erschaffst eine Welt, die Deine Leser in die Geschichte hineinzieht!
In diesem Artikel erfährst Du, wie Du ein Setting schreibst – von sinnlichen Details über Stimmung bis zu seiner Rolle als Motor für Handlung und Charakterentwicklung.
Das Setting – oder auf Deutsch der Schauplatz – ist der Hintergrund, vor dem die Geschichte spielt. Es gibt Deiner Handlung nicht nur einen räumlichen und zeitlichen Rahmen, sondern schafft auch eine emotionale Verbindung zum Leser. Mit einem gut durchdachten Setting kannst Du nicht nur die Atmosphäre Deiner Geschichte beeinflussen, sondern auch die Themen vertiefen, Charaktere entwickeln und die gesamte Erzählung lebendiger und eindringlicher gestalten.
Du tauchst in eine Geschichte ein, und die Umgebung um die Charaktere herum ist so klar und lebendig beschrieben, dass Du das Gefühl hast, direkt dabei zu sein. Du spürst den kalten Wind, der durch die Gassen pfeift, hörst die knirschenden Schritte auf dem Kiesweg oder siehst den dichten Nebel, der sich wie ein Schleier über die Landschaft legt. Diese Macht der Vorstellungskraft entsteht nicht nur durch die Handlung oder die Dialoge, sondern durch ein oft unterschätztes Element: das Setting.
In diesem Beitrag erfährst Du, warum das Setting so wichtig ist und wie Du es effektiv nutzen kannst, um eine einzigartige und fesselnde Atmosphäre zu schaffen.
- 1) Was gehört alles zum Setting?
- 2) Die Rolle des Settings in einer Geschichte
- 3) Setting und Atmosphäre: Der Schlüssel zur emotionalen Wirkung
- 4) 3 Techniken, um das Setting effektiv zu nutzen
- 5) 3 häufige Fehler beim Schreiben von Settings
- 6) Wie Genre das Setting beeinflusst
- 7) Die Beziehung zwischen Charakteren und Setting
- 8) Die 10-Minuten-Setting-Übung
- 9) FAQ: Die häufigsten Fragen zum Setting schreiben
- 10) Die berühmten Schlussgedanken
- 11) Buchempfehlungen
Was gehört alles zum Setting?
Das Setting umfasst alle physischen, zeitlichen und kulturellen Aspekte der Umgebung, in der die Handlung stattfindet. Es geht also nicht nur darum, zu sagen, dass Deine Geschichte in einer Stadt spielt, sondern es umfasst auch die Details dieser Stadt: Ist sie modern oder historisch? Lebendig oder verlassen? Liegt sie am Meer oder tief in den Bergen? Spielt Deine Geschichte in der Gegenwart, der Zukunft oder vielleicht in einer vergangenen Epoche?
Der Schauplatz ist also mehr als nur der Ort, es ist der Rahmen, in dem alles passiert. Es hilft, die Regeln Deiner Geschichte zu definieren: In einer futuristischen Welt könnten Deine Charaktere vielleicht fliegen oder Teleportation nutzen, während sie in einem mittelalterlichen Setting Pferde reiten oder auf Burgmauern patrouillieren. Ebenso wird das Setting oft durch die Kultur, die gesellschaftlichen Normen und sogar das Wetter geprägt.
Warum ist das wichtig? Weil der Schauplatz nicht nur eine passive Kulisse ist – es ist aktiv in das Geschehen involviert. Es beeinflusst, wie sich Deine Charaktere verhalten, wie sie denken und wie sie sich entwickeln. Es gibt dem Leser eine Möglichkeit, in Deine Welt einzutauchen und sie zu erleben. Und das ist, was das Lesen von Geschichten so faszinierend macht: die Fähigkeit, neue Welten zu entdecken und sie durch die Augen der Charaktere zu erleben.
Die Rolle des Settings in einer Geschichte
Das Setting wirkt wie ein unsichtbarer Erzähler, der ständig im Hintergrund agiert, ohne dass es den Lesern vielleicht sofort auffällt. Lass uns ein paar der wichtigsten Aspekte genauer betrachten.
Das Setting als Kontext
Das Setting gibt Deiner Geschichte nicht nur einen physischen Rahmen, sondern es liefert auch den Kontext, in dem die Handlung stattfindet. Dieser Kontext ist entscheidend, weil er den Hintergrund für die Entwicklung der Handlung und der Charaktere schafft. Ein Krimi, der in einer modernen Großstadt spielt, fühlt sich völlig anders an als einer, der in einem abgelegenen Dorf spielt. Die Leser erwarten in beiden Settings unterschiedliche Herausforderungen für die Figuren.
In einer Stadt haben Deine Charaktere vielleicht Zugang zu Technologie, Transport und einer großen Anzahl von Menschen, während sie in einem Dorf vielleicht von Ressourcen abgeschnitten sind und sich auf ihre Nachbarn verlassen müssen. Diese Unterschiede im Setting beeinflussen direkt, wie sich Deine Handlung entwickelt und welche Herausforderungen und Konflikte entstehen.
Das Setting als Ton- und Stimmungsgeber
Der Ton Deiner Geschichte – also die emotionale Farbe, die die Erzählung durchzieht – wird stark vom Setting geprägt. Denke an einen Horrorfilm, der in einem verlassenen, verfallenen Haus spielt, im Vergleich zu einem Horrorfilm, der an einem sonnigen Strand spielt. Auch wenn die Handlung vielleicht dieselbe ist, erzeugt der Schauplatz eine ganz andere emotionale Reaktion beim Leser oder Zuschauer.
Wenn Du eine bedrückende, düstere Stimmung erzeugen möchtest, wirst Du wahrscheinlich ein dunkles, bedrohliches Setting wählen – vielleicht eine verlassene Stadt bei Nacht oder ein stürmisches Meer. Für eine leichtere, fröhliche Geschichte könntest du einen Schauplatz wählen, das sonnig, hell und farbenfroh ist. Das Setting wirkt fast wie ein Filter, durch den Deine Leser die Geschichte erleben.
Das Setting als Charakterentwickler
Ein oft übersehener Aspekt des Settings ist seine Fähigkeit, Charaktere zu formen. Denk einmal darüber nach: Der Ort, an dem Du aufgewachsen bist, hat einen großen Einfluss darauf, wer Du bist, welche Werte Du hast und wie Du die Welt siehst. Dasselbe gilt für Deine Charaktere. Wenn Du das Setting bewusst nutzt, kannst Du es verwenden, um Deine Figuren zu definieren und ihre Entwicklung voranzutreiben.
Ein Charakter, der in einer rauen Wüstenlandschaft lebt, wird wahrscheinlich ganz andere Überlebensstrategien und Einstellungen haben als jemand, der in einer blühenden Stadt aufgewachsen ist. Die Umgebung beeinflusst, wie Deine Figuren denken, fühlen und handeln. Ebenso können die Herausforderungen, die der Schauplatz bietet – sei es eine Naturkatastrophe oder ein kulturelles Missverständnis – Deine Charaktere dazu zwingen, sich weiterzuentwickeln und zu wachsen.
Das Setting als Spiegel der Handlung
Manchmal spiegelt das Setting auch die inneren Konflikte Deiner Charaktere oder die zentralen Themen Deiner Geschichte wider. Dies ist besonders wirkungsvoll, wenn das Setting in direktem Kontrast zur Handlung steht. Stell Dir vor, Du schreibst über eine Liebesgeschichte, die in einer kargen, trostlosen Wüstenlandschaft spielt. Der Schauplatz könnte die innere Leere oder Einsamkeit der Charaktere symbolisieren. Oder umgekehrt: In einer Geschichte, die in einer üppigen, blühenden Umgebung spielt, könnte die Handlung düster und konfliktreich sein, was eine interessante Spannung zwischen der äußeren Welt und den inneren Gefühlen der Figuren schafft.
Setting und Atmosphäre: Der Schlüssel zur emotionalen Wirkung
Das Setting ist auch ein Schlüssel, um eine bestimmte Atmosphäre in Deiner Geschichte zu erzeugen. Die Atmosphäre ist das Gefühl oder die Stimmung, die Du beim Leser hervorrufen möchtest, und sie ist eng mit dem Setting verknüpft. Je nach Schauplatz kannst Du eine Geschichte düster, heiter, spannend oder melancholisch wirken lassen. Lass uns einige Beispiele durchgehen, wie das Setting die Atmosphäre prägen kann.
Düstere Atmosphäre
Ein verlassenes Gebäude, in dem der Wind durch zerbrochene Fenster pfeift, erzeugt automatisch eine düstere Atmosphäre. Hier könnte die Handlung in Richtung eines Thrillers oder Horrors gehen. Der Leser spürt die Spannung und Unsicherheit, ohne dass Du viel erklären musst. Allein die Beschreibung des Settings ruft ein Gefühl von Unbehagen hervor.
Romantische Atmosphäre
Ein anderes Beispiel könnte ein romantisches Setting sein. Deine Charaktere befinden sich auf einer malerischen Anhöhe, von der aus sie den Sonnenuntergang über dem Ozean betrachten. Das sanfte Licht, die Geräusche der Wellen und die warme Brise schaffen eine Atmosphäre der Ruhe und Intimität. Bei diesem Schauplatz wäre eine Liebesgeschichte natürlich gut aufgehoben.
Spannungsaufbau durch Setting
Das Setting kann auch dazu verwendet werden, Spannung zu erzeugen, indem Du es so beschreibst, dass es auf die Handlung hinarbeitet. Dein Protagonist betritt zum Beispiel einen düsteren Wald, während die Sonne hinter den Bäumen untergeht. Das Rascheln der Blätter und die plötzliche Stille erzeugen ein Gefühl der Angst – etwas Gefährliches könnte in der Dunkelheit lauern. Dieser Schauplatz trägt zur wachsenden Spannung bei und lässt den Leser gespannt mitfiebern, was als Nächstes passiert.
Die Atmosphäre wird also maßgeblich durch die Umgebung bestimmt, in der die Handlung stattfindet. Je genauer und bewusster Du das Setting wählst, desto besser kannst du die gewünschte emotionale Wirkung erzielen.
3 Techniken, um das Setting effektiv zu nutzen
Hier sind einige spezifische Techniken, die Dir helfen, das Beste aus Deinem Setting herauszuholen.
#1 Die Macht der Details
Ein starkes Setting lebt von den kleinen Details, die Du einstreust. Es reicht nicht aus, einfach nur zu sagen, dass Deine Geschichte in einer Stadt oder einem Wald spielt. Du musst den Schauplatz für den Leser zum Leben erwecken, indem Du konkrete Details einfügst, die die Sinne ansprechen. Anstatt einfach nur „es war kalt“ zu schreiben, könntest du beschreiben, wie der Atem Deiner Charaktere als kleine Wolken in der Luft sichtbar wird oder wie ihre Finger vor Kälte steif werden. Diese Details helfen dem Leser, das Setting zu erleben und sich in die Geschichte hineinzuversetzen.
#2 Das Setting durch alle Sinne erfahrbar machen
Eine der effektivsten Möglichkeiten, Dein Setting zu verstärken, ist, es durch alle Sinne erfahrbar zu machen: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen. Wenn Du ein Setting beschreibst, frage Dich daher, welche sensorischen Eindrücke Deine Charaktere in dieser Umgebung wahrnehmen würden. Was hören sie? Vielleicht das entfernte Rauschen von Wasser oder das Rattern eines Zuges in der Ferne. Was riechen sie? Den Duft von feuchtem Laub oder den Geruch von frischem Kaffee, der durch ein offenes Fenster weht.
Diese sensorischen Details vertiefen nicht nur das Setting, sondern sie helfen auch dabei, die Atmosphäre zu verstärken und den Leser emotional in die Szene einzubinden.
#3 Das Setting als Handlungselement
Vergiss nicht, dass das Setting auch aktiv in die Handlung eingreifen kann. Es kann Hindernisse schaffen, die Deine Charaktere überwinden müssen, oder es kann ihnen helfen, ihre Ziele zu erreichen. Vielleicht ist Deine Figur auf einer einsamen Insel gestrandet und muss einen Weg finden, um zu überleben. Das Setting selbst wird in diesem Fall zu einem zentralen Konfliktpunkt in der Handlung.
Wenn Du den Schauplatz bewusst in die Handlung einbaust, wird es zu einem lebendigen, aktiven Bestandteil Deiner Geschichte, anstatt nur eine statische Kulisse zu sein.
3 häufige Fehler beim Schreiben von Settings
Diese Fehler zu vermeiden, kann Dir helfen, Deine Geschichte noch wirkungsvoller zu gestalten.
#1 Zu vage oder oberflächliche Beschreibungen
Ein häufiger Fehler ist es, das Setting nur oberflächlich zu beschreiben. Wenn Du es nicht detailliert genug ausarbeitest, bleibt es für den Leser unsichtbar und vage. Vermeide es, nur allgemeine Begriffe wie „Wald“, „Stadt“ oder „Zimmer“ zu verwenden, ohne konkrete Details hinzuzufügen. Lass Deine Leser genau wissen, was Deine Charaktere umgibt und wie es sich anfühlt.
#2 Zu viele Informationen auf einmal
Auf der anderen Seite kann es auch leicht passieren, dass Du zu viel auf einmal beschreibst. Wenn Du Deinen Lesern gleich zu Beginn einen riesigen Informationsblock über das Setting präsentierst, können sie sich leicht überfordert fühlen. Beschränke Dich auf das Wesentliche und streue Details nach und nach ein, während sich die Handlung entwickelt. So bleibt der Schauplatz dynamisch und lebendig, ohne den Lesefluss zu stören.
#3 Das Setting nicht in die Handlung integrieren
Ein weiterer Fehler ist es, das Setting nur als statischen Hintergrund zu verwenden, ohne es in die Handlung einzubeziehen. Wie wir bereits besprochen haben, sollte das Setting aktiv in die Geschichte eingreifen und mit den Charakteren interagieren. Achte darauf, dass Deine Umgebung nicht nur beschrieben wird, sondern auch Auswirkungen auf das Geschehen hat.
Wie Genre das Setting beeinflusst
Verschiedene Genres erfordern unterschiedliche Arten von Settings, und es ist wichtig, dass Du das Setting an das Genre Deiner Geschichte anpasst. Hier sind einige Beispiele, wie das Genre das Setting beeinflussen kann.
Fantasy
Im Fantasy-Genre spielt das Setting oft eine zentrale Rolle. Du erfindest eine völlig neue Welt mit ihren eigenen Regeln, Kulturen und Landschaften. Diese Welten müssen so detailliert und glaubwürdig wie möglich sein, damit sich die Leser darin verlieren können. Die Herausforderung besteht darin, eine Balance zwischen der Einführung neuer Konzepte und der Handlung zu finden.
Science-Fiction
Beim Science-Fiction-Genre wird der Schauplatz oft durch technologische Fortschritte und futuristische Elemente geprägt. Diese Settings bieten Dir die Möglichkeit, neue Welten, Planeten oder Technologien zu erkunden. Achte allerdings darauf, dass die Regeln Deiner Welt logisch und konsistent sind, damit das Setting glaubwürdig bleibt.
Historische Romane
In historischen Romanen spielt das Setting eine besonders wichtige Rolle, da es authentisch und gut recherchiert sein muss. Das Setting spiegelt die Zeit wider, in der die Geschichte spielt, und die Leser erwarten, dass Du die Details der Epoche korrekt darstellst, sei es durch Kleidung, Architektur oder gesellschaftliche Normen.
Krimis und Thriller
In Krimis und Thrillern kann der Schauplatz oft Spannung und Gefahr verstärken. Dunkle Gassen, verlassene Gebäude oder stürmische Nächte sind typische Settings, die dazu dienen, die Nerven der Leser zum Zerreißen zu bringen. Hier wird das Setting oft bewusst genutzt, um die Ungewissheit und das Risiko zu erhöhen.
Romantik
Romantische Geschichten erfordern hingegen oft Settings, die Intimität und Emotionen verstärken. Ob es nun ein abgelegener Strand bei Sonnenuntergang oder ein gemütliches Café an einem regnerischen Tag ist, das Setting sollte die emotionale Bindung der Charaktere widerspiegeln und unterstützen.
Die Beziehung zwischen Charakteren und Setting
Deine Figuren agieren nicht in einem Vakuum – sie reagieren auf die Umgebung, und die Umgebung formt sie. Diese Wechselwirkung kann tiefe emotionale und psychologische Einblicke bieten und Deiner Geschichte zusätzliche Ebenen verleihen.
Wie beeinflusst das Setting Deine Charaktere?
Das Setting kann direkte Auswirkungen darauf haben, wie sich Deine Charaktere verhalten. Wenn sie sich in einer bedrohlichen Umgebung befinden, wie zum Beispiel einem dunklen Wald oder einer unheimlichen Stadt, werden sie sich wahrscheinlich vorsichtiger und ängstlicher verhalten. In einer friedlichen Umgebung könnten sie hingegen entspannter und offener sein.
Das Setting kann auch dazu verwendet werden, den inneren Zustand Deiner Charaktere zu reflektieren. Wenn sich Deine Hauptfigur in einer schwierigen Lebensphase befindet, könntest du das durch ein trostloses, verfallenes Setting unterstreichen. Auf diese Weise wird die Umgebung zu einem Spiegel der inneren Kämpfe und Konflikte Deiner Charaktere.
Wie reagieren Deine Charaktere auf das Setting?
Das Setting kann für Deine Charaktere eine Quelle der Inspiration oder der Herausforderung sein. Vielleicht finden sie Frieden in der Natur oder fühlen sich von der hektischen Stadt erdrückt. Diese Reaktionen auf das Setting können viel über die Persönlichkeit Deiner Charaktere aussagen und die Handlung vorantreiben.
Die 10-Minuten-Setting-Übung
Diese Übung hilft Dir, Settings lebendiger zu beschreiben und das Gelernte direkt anzuwenden. Du brauchst nur 10 Minuten, Stift und Papier (oder Dein Schreibprogramm).
Schritt 1: Wähle einen Ort (1 Minute)
Denk an einen Ort, den Du kennst und der Dir spontan einfällt. Das kann Dein Lieblingscafé sein, ein Park in Deiner Nähe, Dein Kinderzimmer oder der Bahnhof. Wichtig: Es sollte ein Ort sein, den Du vor Deinem inneren Auge sehen kannst.
Schritt 2: Sammle Sinneseindrücke (3 Minuten)
Schließ kurz die Augen und stell Dir vor, Du bist an diesem Ort.
Notiere zu jedem Sinn 1-2 Details:
- Sehen: Was fällt Dir zuerst ins Auge? (Farben, Licht, Gegenstände)
- Hören: Welche Geräusche gibt es? (Stimmen, Musik, Verkehr, Stille)
- Riechen: Wie riecht es? (Kaffee, frische Luft, Benzin, Blumen)
- Fühlen: Wie fühlt sich die Umgebung an? (warm, kalt, stickig, windig)
- Schmecken: Gibt es einen Geschmack? (optional, z.B. salzige Meeresluft)
Schritt 3: Schreib eine kurze Szene (5 Minuten)
Schreibe jetzt einen kurzen Absatz (5-8 Sätze), in dem eine Figur diesen Ort betritt. Nutze dabei mindestens 3 verschiedene Sinne aus Deiner Sammlung. Die Handlung ist egal – es geht nur um die Beschreibung.
Schritt 4: Emotionen hinzufügen (1 Minute)
Lies Deinen Absatz nochmal und füge eine Emotion hinzu: Ist Deine Figur nervös? Glücklich? Erschöpft? Passe 1-2 Details an, um diese Emotion zu verstärken.
Beispiel
Sarah betrat das Café und der vertraute Duft von frisch gemahlenem Kaffee umhüllte sie sofort. Gedämpfte Jazzmusik mischte sich mit dem Klappern von Tassen, während warmes Licht durch die beschlagenen Fenster fiel. Sie rieb sich die kalten Hände und suchte nach einem freien Platz.
(In diesem Beispiel: Geruch, Geräusch, Sehen, Fühlen + Emotion: Kälte/Suche nach Wärme)
Tipp
Benutze nicht mehr als 3 Sinne pro Szene, sonst wird es zu viel. Wähle die Sinneseindrücke, die zur Stimmung passen – für eine bedrohliche Szene sind Geräusche und Gerüche oft wirkungsvoller als visuelle Details.
FAQ: Die häufigsten Fragen zum Setting schreiben
Was ist der Unterschied zwischen Setting und Schauplatz?
Setting und Schauplatz bedeuten dasselbe – es ist der Ort und die Zeit, in der Deine Geschichte spielt. Der Begriff „Setting“ kommt aus dem Englischen und wird in der Schreibszene häufig verwendet, während „Schauplatz“ das deutsche Wort dafür ist. Beide Begriffe umfassen nicht nur den physischen Ort (wie ein Wald oder eine Stadt), sondern auch die Zeit (historische Epoche, Jahreszeit, Tageszeit) und die Atmosphäre, die Du erschaffst.
Wie detailliert sollte ich ein Setting beschreiben?
Beschreibe so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. Konzentriere Dich auf die Details, die für die Stimmung oder Handlung wichtig sind. Wenn Dein Charakter in einem alten Haus ist und die Atmosphäre bedrohlich sein soll, erwähne das knarrende Holz und die Spinnweben. Unwichtige Details wie die exakte Anzahl der Fenster kannst Du weglassen. Eine gute Faustregel: Nutze 2-3 sinnliche Details pro Szene und streue weitere Details ein, wenn sich die Handlung entwickelt. So vermeidest Du Info-Dumps am Anfang.
Muss ich mein komplettes Setting vor dem Schreiben ausarbeiten?
Nein, das musst Du nicht. Viele Autoren entwickeln ihr Setting während des Schreibens weiter. Wichtig ist, dass Du Dir über die grundlegenden Aspekte im Klaren bist: Wo spielt die Geschichte? In welcher Zeit? Welche Atmosphäre möchtest Du schaffen? Die Details kannst Du nach und nach ergänzen. Bei Fantasy- oder Science-Fiction-Welten ist es allerdings hilfreich, die wichtigsten Regeln Deiner Welt vorher festzulegen, damit Du später keine Widersprüche einbaust.
Welche Sinne sollte ich beim Beschreiben einsetzen?
Nutze alle fünf Sinne – aber nicht alle gleichzeitig. In jeder Szene kannst Du 2-3 verschiedene Sinneseindrücke einbauen: Was sieht der Charakter? Was hört er? Wie riecht die Umgebung? Viele Anfänger beschreiben nur das Visuelle, dabei sind Geräusche, Gerüche und haptische Eindrücke (wie fühlt sich etwas an?) mindestens genauso wichtig. Ein Beispiel: Statt nur „ein dunkler Wald“ zu schreiben, ergänze „das Rascheln der Blätter unter ihren Füßen“ (Geräusch) und „der modrige Geruch von feuchtem Moos“ (Geruch).
Kann das Setting die Handlung beeinflussen?
Ja, und das sollte es auch! Ein gutes Setting ist nicht nur Hintergrund, sondern wirkt aktiv auf die Handlung ein. Ein Schneesturm kann Deine Charaktere zwingen, Unterschlupf zu suchen. Eine enge Gasse macht eine Verfolgungsjagd spannender. Ein abgelegenes Haus verstärkt das Gefühl von Isolation. Überlege Dir beim Schreiben: Wie kann das Setting meinen Charakteren Hindernisse in den Weg legen oder ihnen helfen? Je mehr Dein Setting mit der Handlung verwoben ist, desto lebendiger wird Deine Geschichte.
Die berühmten Schlussgedanken
Das Setting ist einer der kraftvollsten, aber oft übersehenen Aspekte des Schreibens. Es schafft nicht nur die Welt, in der Deine Charaktere leben, sondern es hat auch direkten Einfluss auf die Handlung, die Atmosphäre und die emotionale Wirkung Deiner Geschichte. Wenn Du das Setting bewusst und detailliert einsetzt, kannst Du Deine Leser in eine andere Welt entführen, ihre Sinne anregen und sie emotional tief in die Geschichte hineinziehen.
Die besten Geschichten sind die, in denen sich das Setting organisch mit der Handlung und den Charakteren verbindet. Es wirkt fast wie ein zusätzlicher Charakter, der die Handlung unterstützt und vorantreibt. Anstatt das Setting also nur als Hintergrundrauschen zu sehen, betrachte es als aktives Element Deiner Geschichte, das Dir unzählige kreative Möglichkeiten bietet.
Das Wichtigste ist, dass Du Dir beim Schreiben die Zeit nimmst, um über das Setting nachzudenken. Welchen emotionalen Ton möchtest Du setzen? Wie soll sich Deine Welt anfühlen? Und wie kannst Du das Setting nutzen, um Deine Charaktere und Handlung zu verstärken?
Egal, ob Du in einer fiktiven Welt oder der realen Welt schreibst – das Setting bietet Dir unendliche Möglichkeiten, Deine Geschichte zu bereichern.
Zum Schluss möchte ich Dir eine kleine Schreibübung mitgeben, um es einmal auszuprobieren. Wähle einmal ein Setting, das Du spannend findest – das kann alles sein, von einem verschneiten Berggipfel bis hin zu einer belebten Innenstadt. Schreibe eine kurze Szene, in der das Setting eine zentrale Rolle spielt und die Atmosphäre der Szene unterstützt. Achte darauf, alle Sinne einzubeziehen und das Setting so zu beschreiben, dass es die Stimmung Deiner Geschichte verstärkt.
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„Happy writing“!
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