Schreibübung #11: Letzter Tag – Die Welt endet morgen!

05. August 2025 | Schreibübungen

Weltuntergang in 24 Stunden!
Deine Figur erfährt, dass die Welt morgen untergeht – was tut sie am letzten Tag? Entdecke die 7‑Phasen‑Struktur, kreative Einstiege und Profi‑Techniken für eine packende letzte Reise.

Was wäre, wenn Du aufwachst, Dein Handy einschaltest und folgende Push-Nachricht bekommst: „Wissenschaftler bestätigen – die Welt endet morgen.“ Keine Spekulationen mehr, keine düsteren Prognosen. Sondern: Fakt. Punkt. Aus. Die Erde verabschiedet sich. Aber bevor du jetzt deinen Notvorrat überprüfst – entspann Dich. Denn diese Katastrophe passiert nicht Dir, sondern Deiner Figur.

Heute entführe ich Dich in eine neue Schreibübung, die so ziemlich alles auf den Kopf stellt: Emotionen, Werte, Beziehungen und – natürlich – den Tagesablauf. Denn was tut man, wenn man nur noch 24 Stunden hat? Genau das wirst Du herausfinden.

Schnapp Dir also Kaffee, Notizbuch und ein bisschen Weltuntergangsstimmung – es wird spannend.

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Schreibübung #11 Letzter Tag – Die Welt endet morgen!

Warum diese Schreibübung dich weiterbringt

Du fragst Dich vielleicht: „Warum sollte ich ausgerechnet über das Ende der Welt schreiben?“ Berechtigte Frage. Aber diese Schreibübung ist ein wahres Goldstück, weil sie…

  • … Deine Figur an emotionale Grenzen bringt,
  • … Charakterentwicklung im Schnelldurchlauf zeigt,
  • … Dich dazu bringt, Handlungen intensiv zu durchdenken,
  • … und Themen wie Prioritäten, Angst, Liebe, Reue oder Freiheit fast von selbst in den Text spült.

Und das Beste: Sie zwingt Dich, Entscheidungen zu treffen – schnell, klar und unwiderruflich. Das hilft Dir, Schreibblockaden zu lösen und in den Flow zu kommen.

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Einstieg in die Übung: So funktioniert’s

Die Aufgabe lautet:

Schreibe eine Geschichte, in der Deine Hauptfigur erfährt, dass die Welt in exakt 24 Stunden untergeht. Was tut sie? Wen sucht sie auf? Was lässt sie bleiben? Und was wird ihr plötzlich wichtig?

Wichtig:

  • Bleib konsequent im Zeitrahmen von 24 Stunden.
  • Du kannst das Genre frei wählen – Drama, Humor, Fantasy, Sci-Fi, alles ist erlaubt.
  • Der Fokus liegt auf der Figur: ihr Handeln, Fühlen, Denken.

Diese Schreibübung eignet sich hervorragend für 500 bis 2.000 Wörter – je nach Lust und Weltuntergangsintensität.

Schreibübung Der letzte Tag 3

Das Herzstück: Die 7-Phasen-Struktur

Damit Du nicht im Chaos versinkst, hier eine praktische Struktur, die Dir hilft, Deine Geschichte zu ordnen:

Phase 1: Der Moment der Nachricht

Die Welt geht unter – und zwar bald. Lass Deine Figur diese Nachricht erfahren. Zeige die Reaktion: Schock? Lachen? Totale Leugnung? Vielleicht wird erstmal Kaffee gekocht. Vielleicht auch geschrien.

Phase 2: Erste Emotionen

Was fühlt Deine Figur? Angst, Wut, Panik – oder Euphorie? Beobachte genau, was sich innerlich tut.

Phase 3: Der Plan

Deine Figur wird sich überlegen, was sie tun will. Noch ein letztes Mal den Lieblingsort besuchen? Einen alten Streit klären? Oder einfach Pizza essen und Netflix schauen?

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Phase 4: Begegnungen

Welche Menschen (oder Tiere?) werden aufgesucht? Zeig echte Gespräche. Ehrlichkeit. Konflikte. Abschiede. Vielleicht auch Versöhnung.

Phase 5: Der große Moment

Ein Wendepunkt: Vielleicht ein Abschiedsbrief, ein Flug in letzter Minute, ein Sprung in ein kaltes Meer. Zeig uns etwas, das Deine Figur nie zuvor gewagt hätte.

Phase 6: Die letzte Stunde

Die Zeit wird knapp. Was bleibt? Was wird getan? Gibt es ein Ritual, ein Gebet, eine letzte Zigarette?

Phase 7: Der Schlussakkord

Wie endet Deine Geschichte? Mit einem Knall? Stille? Hoffnung? Du hast alle Freiheiten – aber gib Deinem Ende Gewicht.

Drei kreative Einstiegsbeispiele

Du brauchst einen kleinen Anschub? Hier kommen drei Ideen für den Anfang:

  • „Sie hatte noch exakt 24 Stunden – aber keine Ahnung, ob sie zuerst weinen oder tanzen sollte.“
  • „Er war sich sicher, dass es ein Scherz war. Bis das Fernsehbild zu flackern begann und selbst der Moderator leise weinte.“
  • „Die Welt geht unter, dachte sie, und das verdammte WLAN ist immer noch so langsam wie gestern.“
Schreibübung Der letzte Tag 2

Schreibtechniken, die Dich unterstützen

Wenn Du möchtest, dass Deine Geschichte richtig knallt (im übertragenen Sinn – oder auch nicht), probier diese Techniken:

Innere Monologe

Zeig die Gedanken Deiner Figur in direkter Rede. Das schafft Nähe und Intensität.

Zeitdruck nutzen

Nutze die begrenzte Zeit als dramaturgisches Mittel. Tickende Uhren, schwindendes Licht, das Ticken im Ohr – das erzeugt Spannung.

Rückblenden sparsam einsetzen

Ein paar Rückblicke können helfen zu zeigen, was Deine Figur bereut oder sich wünscht. Aber bleib fokussiert.

Kontraste einbauen

Ein Weltuntergang bei Sonnenschein? Ein fröhliches Lied, während alle weinen? Diese Gegensätze machen Szenen besonders intensiv.

Fehler, die Du vermeiden solltest

  • Zu viele Figuren: Bleib bei ein oder zwei zentralen Personen. Sonst verlierst Du Dich.
  • Zu viel Weltbau: Die Welt geht sowieso unter – Du musst sie nicht bis ins letzte Detail erklären.
  • Kein Ziel für die Figur: Gib Deiner Figur ein Ziel – selbst wenn es nur ist, ein letztes Mal Eis zu essen.
Schreibübung Der letzte Tag 1

Varianten der Übung

Dir gefällt die Grundidee, aber Du willst etwas anderes ausprobieren? Dann versuch’s mit:

  • Die Welt geht nur für Deine Figur unter.
  • Deine Figur glaubt, dass die Welt untergeht – aber es ist ein Irrtum.
  • Die Welt endet nicht – aber die Figur hat in den 24 Stunden alles verändert.

Die berühmten Schlussgedanken

Diese Schreibübung bringt Dich raus aus dem Kopf und mitten hinein ins Herz Deiner Figur. Es geht nicht darum, wie die Welt endet – sondern, wie jemand lebt, wenn er weiß, dass es zu Ende geht. Und genau das ist pures Gold für Deine Schreibpraxis.

Also: Stell Dir den Timer auf 60 Minuten, denk an Deine Figur – und schreib. Was zählt, ist der Moment. Und was Du daraus machst.

„Happy writing“!

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Sven

Autor & Schreibcoach

Sven lebt in Südniedersachsen und hat den Sprung ins Ungewisse gewagt, um Träume in Worte zu fassen. Aus einem stillen Verlangen wurde eine Leidenschaft: Geschichten zu erschaffen, die berühren, unterhalten und zum Nachdenken anregen.

Mit seinem Buch „Hilfe! Ich werde Schriftsteller“ und dem Blog „Kreative Schreibwelt“ begleitet er Dich auf Deiner eigenen Reise zum Autor. Hier teilt er nicht nur Techniken und Erfolge, sondern vor allem die echten Zweifel und Herausforderungen auf dem Weg.

Denn Schreiben ist mehr als nur Worte aufs Papier zu bringen: Es ist Dein Abenteuer!

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