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Schreibübung #10: Ungewohnte Perspektive – Erzählen mal anders

05. Juli 2025 | Schreibübungen

Raus aus dem Ich‑Trott
Was wäre, wenn Dein Erzähler ein alter Schaukelstuhl, ein streunender Kater oder eine vergilbte Postkarte ist? Entdecke mit dieser Übung, wie eine ungewohnte Perspektive Deine Geschichte lebendig und überraschend macht!

Was wäre, Wenn Du kein Mensch mehr bist? Du bist ein alter Schaukelstuhl auf einer knarrenden Veranda. Oder ein streunender Kater, der nachts durch verlassene Straßen schleicht. Oder vielleicht eine zerlesene Postkarte aus den 60ern, die in einer Schuhschachtel ihr Dasein fristet. Genau hier beginnt die Magie der ungewohnten Perspektive.

In diesem Blogartikel möchte ich Dich auf eine Reise in eine ganz besondere Form des kreativen Schreibens mitnehmen: das Erzählen aus der Sicht eines Tieres, eines Objekts oder eines Wesens, das normalerweise keine Stimme hat. Es wird unterhaltsam, herausfordernd – und Du wirst sehen: Diese Technik kann Dein Schreiben enorm bereichern.

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Warum mit ungewohnten Perspektiven arbeiten?

Du fragst dich vielleicht: Warum sollte ich aus der Perspektive eines Apfelkuchens schreiben, wenn ich doch so viele menschliche Figuren zur Auswahl habe? Gute Frage!

Die Antwort: Weil es Deinen Blick erweitert. Wenn Du Dich zwingst, die Welt mit den Augen eines nicht-menschlichen Erzählers zu sehen, verlässt Du gewohnte Denkpfade. Du denkst automatisch bildhafter, origineller und konkreter. Und das schult nicht nur Deinen Stil, sondern auch Deine Beobachtungsgabe.

Außerdem macht es einfach Spaß. Du wirst lachen, schmunzeln, manchmal auch staunen, wie viel Tiefe in einem Knopf oder einer Hauskatze steckt.

Die große Kraft der Perspektive

Die Perspektive ist das Herzstück jeder Erzählung. Sie bestimmt, was erzählt wird – und wie. Wenn Du zum Beispiel eine Straßenszene aus der Sicht eines Regenwurms beschreibst, sieht und bewertet dieser ganz andere Dinge als ein Mensch. Das bedeutet: Du veränderst nicht nur den Ton, sondern auch den Inhalt Deiner Geschichte.

Ungewohnte Perspektiven können deshalb:

  • das Einfache besonders machen
  • originelle Einblicke geben
  • Emotionen aus einem überraschenden Winkel zeigen
  • neue Metaphern und Bilder entstehen lassen

Für Dich ist das eine tolle Übung. Du lernst, wie stark Perspektive Dein Erzählen beeinflusst – und bekommst ein feineres Gespür für Stimme, Stil und Bildsprache.

So gelingen Dir Szenen aus ungewohnter Perspektive

Wähle Dein erzählendes „Wesen“ bewusst aus

Such Dir etwas, das Dich neugierig macht. Ein verbeulter Einkaufswagen? Eine Mücke auf Weltreise? Ein Gemälde, das seit Jahrhunderten im Museum hängt? Je origineller, desto besser. Wichtig ist: Du musst Lust haben, Dich in diese „Figur“ hineinzuversetzen.

Versetze Dich in diese „Lebenswelt“

Was kann Dein Erzähler wahrnehmen? Hat er Gefühle? Kann er sich bewegen? Wie denkt er? Welche Begriffe kennt er – und welche nicht? Eine Lampe kennt vermutlich keine Smartphones. Ein Rabe vielleicht schon.

Arbeite mit einem starken Tonfall

Die Stimme Deines nicht-menschlichen Erzählers sollte besonders klar und charakteristisch sein. Ist sie schnippisch? Naiv? Weise? Verängstigt? Ironisch? Je markanter, desto mehr Wiedererkennungswert hat Deine Szene.

Zeig eine konkrete Szene, keine ganze Lebensgeschichte

Beschränke Dich auf einen Moment. Ein Blatt im Herbst, das sich von seinem Ast löst. Ein alter Koffer, der auf dem Dachboden endlich geöffnet wird. Solche kleinen, intensiven Szenen wirken oft viel stärker als umfassende Biografien.

Lass Menschliches durchscheinen

Der Trick: Auch wenn Du aus der Sicht eines Objekts oder Tieres schreibst, bleibt das, was Du erzählst, zutiefst menschlich. Trauer, Sehnsucht, Humor, Einsamkeit – das sind die Gefühle, die Deine Leser berühren.

Schreibübung 10 - Perspektive - Teetasse

Schreibübung: Die Szene aus ungewohnter Perspektive

Aufgabe: Schreibe eine kurze Szene (300-500 Wörter) aus der Perspektive eines Tieres oder unbelebten Objekts.

Beispiele zur Inspiration:

  • Ein altes Straßenschild, das Zeuge eines Unfalls wird
  • Ein Zigarettenautomat, der Gespräche belauscht
  • Eine Möwe, die den Alltag der Menschen am Strand beobachtet
  • Ein Teddy im Wartezimmer einer Kinderärztin

Ziel: Erzeuge mit wenigen Worten ein starkes Bild und einen eigenen Tonfall. Lass Deine Leser schmunzeln, nachdenken oder sich wundern.

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Drei Beispiel-Szenen zur Inspiration

Szene 1: Der alte Kühlschrank

„Schon wieder Salat. Ich kann ihn nicht mehr sehen. Seit 2007 stehe ich hier, in dieser stickigen Küche, und habe schon einiges durchgemacht: Joghurt-Explosionen, verstopfte Abflüsse, und diesen schrecklichen Brokkoli-Auflauf 2021. Aber was heute kommt, übertrifft alles...“

Szene 2: Die Katze auf dem Dach

„Von hier oben habe ich alles im Blick. Die Frau mit dem roten Mantel. Den Lieferanten, der heimlich Donuts klaut. Nur der neue Kater aus dem dritten Stock nervt. Er schnurrt wie ein Mixer auf Speed. Ich bin nicht eifersüchtig. Nein, wirklich nicht. Aber wenn er nochmal mit dem Schwanz wackelt, spring ich.“

Szene 3: Der Teebeutel

„Ich bin bereit. Mein großer Moment. Fünf Minuten Ruhm in dampfendem Wasser. Gleich geht's los. Noch hält sie mich in der Hand, murmelt was von 'grüner Tee, beruhigend'. Ich schwinge wie ein Fallschirmspringer in Zeitlupe. Und dann: Plumps. Hitze. Ahhh. Ich lebe!“

Schreibübung 10 - Perspektive - Koffer

Typische Fehler – und wie Du sie vermeidest

Zu menschlich denken

Dein Erzähler sollte nicht einfach nur ein Mensch im Körper eines Tieres sein. Versuche wirklich, Dich in eine andere Wahrnehmung hineinzuversetzen. Ein Staubsauger denkt anders als ein Teenager.

Zu vage bleiben

Viele trauen sich nicht, konkret zu werden. Doch gerade Details machen Deine Szene lebendig. Wie riecht der Dachboden? Welche Geräusche hört die Katze? Welche Farbe hat das Teewasser?

Kein starker Abschluss

Gib Deiner Szene einen kleinen Höhepunkt. Eine Wendung, eine Erkenntnis, eine Pointe. Das macht sie rund und befriedigend.

Die berühmten Schlussgedanken

Wenn Du Szenen aus ungewohnter Perspektive schreibst, öffnest Du die Tür zu einer Welt voller Möglichkeiten. Du lernst, genau hinzusehen. Du trainierst Deinen Stil. Und Du entdeckst, wie spannend es ist, alltägliche Dinge neu zu sehen.

Also: Nimm Dir ein Tier, ein Objekt oder ein unsichtbares Wesen vor – und leg los. Die Welt wartet darauf, aus neuen Blickwinkeln entdeckt zu werden.

Ich bin gespannt auf Deine Szene! Wenn Du magst, teile sie mit mir in den Kommentaren. Denn Perspektive ist nicht nur Technik – sie ist pure Erzählfreude.

„Happy writing“!

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Sven

Autor & Schreibcoach

Sven lebt in Südniedersachsen und hat den Sprung ins Ungewisse gewagt, um Träume in Worte zu fassen. Aus einem stillen Verlangen wurde eine Leidenschaft: Geschichten zu erschaffen, die berühren, unterhalten und zum Nachdenken anregen.

Mit seinem Buch „Hilfe! Ich werde Schriftsteller“ und dem Blog „Kreative Schreibwelt“ begleitet er Dich auf Deiner eigenen Reise zum Autor. Hier teilt er nicht nur Techniken und Erfolge, sondern vor allem die echten Zweifel und Herausforderungen auf dem Weg.

Denn Schreiben ist mehr als nur Worte aufs Papier zu bringen: Es ist Dein Abenteuer!

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