Käpt’ns Dinner – Familienchaos ahoi
von Gisa Pauly
Marie lädt ihre launische Familie aufs Kreuzfahrtschiff – ein Passagier geht über Bord, keiner merkt, was wirklich schiefgelaufen ist.
Maria heuert als Bordshop‑Leiterin auf der „Soleil“ an, deren Kapitän ihr Bruder Lukas ist. Warum die ganze Familie nicht gleich mitreisen, denkt sie – und setzt die Verwandtschaft auf das Schiff, dessen letzte Familienzusammenkunft mit einem Menschen über Bord endete. Während Kapitänsdinner und Landgänge die Stimmung heizen, verschwindet auch diesmal ein Passagier spurlos. Maria rutscht ins Chaos, zwischen Missverständnissen, kleinen Betrügereien und alten Geheimnissen, und wird plötzlich Kinderdetektiv‑Sohn Jonas, die Verkäufe im Shop und die Familienbeziehungen wieder in Ordnung bringen.
Mit einem Augenzwinkern setzt Gisa Pauly ihre Truppe unbeholfener Landleute mitten auf ein luxuriöses Kreuzfahrtschiff und wartet darauf, dass Urlaubsidylle und Familienkrach kollidieren. Maria, die sich als verkaufstüchtige, kluge, leicht überforderte Schwester zwischen den Welten bewegt, will eigentlich nur ihren Job beim Bordshop machen und sich nicht schon wieder als Krisenbrandmeisterin für die Familie verpflichten müssen. Ihr Bruder Lukas, der Kapitän, verkörpert den ernsten, verantwortungsbewussten Familienoberhaupt‑Typ, während Mutter, Cousinen, Neffen, Exes und Freunde nacheinander an Bord steigen und die „Soleil“ in eine schwimmende Bühne für alte Rivalitäten, halbherzige Flirts und kleine Verwechslungen verwandeln. Die Handlung baut sich wie ein gut gepackter Reisekoffer auf: an Bord gibt es Kapitänsdinner mit peinlichen Reden, Landausflüge, Kunden in der Schmuck‑Kabine, aber auch das dumpfe Gefühl, dass irgendwo ein Geheimnis im Schatten schwimmt – schließlich hat beim letzten großen Familientreffen jemand über Bord gehen müssen.
Zwischen warmherzigem Comedy‑Chaos und leichtem Krimi‑Touch balanciert Pauly souverän auf der Gratlinie zwischen „Urlaubsflucht“ und familienheile‑Drama. Die Figuren sind typisch gut gezeichnet: Maria bleibt trotz aller Stürme bemüht, kompetent und humorvoll, Lukas ist der nüchterne, vom Pflichtgefühl geprägte Kapitän, die Mutter wechselt charmant zwischen Fürsorge und medienreifer Dramatik, der jugendliche Jonas kurvt mit Selbstbewusstsein zwischen Kinderlogik und Detektiv‑Ambitionen. Die Stimmung schwankt zwischen sonnendurchfluteten Decks, kitschigen Abendshows und der unterschwelligen Spannung, dass „es diesmal vielleicht wirklich brenzlig“ werden könnte, besonders als ein weiterer Passagier spurlos fehlt, die Gerüchte laufen und die Schuldigen mal dieses Familienmitglied, mal jenes verdächtigen. Pauly nutzt das Schiffskonstrukt geschickt als geschlossenen Raum, in dem sich alle immer wieder über den Weg laufen, die Geheimnisse größer wirken, als sie in Wirklichkeit sind, und die Liebe zu guter Letzt doch ein wenig wieder ins rechte Lot bringt. Der Roman ist lang, aber flüssig, voller kleiner Slapstick‑Szenen, mal ein bisschen überladen, aber insgesamt eine perfekte Sommer‑ oder Reiselektüre, die mit Herz und viel Gespür für familiäre Absurditäten arbeitet.
Warum ich dieses Buch empfehle
Dieser Roman ist etwas für Leserinnen, die klassische Familien‑Komödien mit einem Hauch Krimi und einer Prise Kreuzfahrt‑Flair lieben. Gisa Pauly schreibt locker, mit viel Witz und einem scharfen Blick auf die eigenartigen Dynamiken, die entstehen, wenn viele Menschen auf engem Raum zusammenleben – ideal für Urlaubs‑ oder Fernsehabende. Wer Wert auf leichte, unterhaltsame Unterhaltung, viele sympathische Figuren und ein Setting mit Meeresluft, Landgängen und Familiengeplänkel legt, wird an Käpt’ns Dinner viel Freude haben.
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Sven
Autor & Schreibcoach
Sven lebt in Südniedersachsen und hat den Sprung ins Ungewisse gewagt, um Träume in Worte zu fassen. Aus einem stillen Verlangen wurde eine Leidenschaft: Geschichten zu erschaffen, die berühren, unterhalten und zum Nachdenken anregen.
Mit seinem Buch „Hilfe! Ich werde Schriftsteller“ und dem Blog „Kreative Schreibwelt“ begleitet er Dich auf Deiner eigenen Reise zum Autor. Hier teilt er nicht nur Techniken und Erfolge, sondern vor allem die echten Zweifel und Herausforderungen auf dem Weg.
Denn Schreiben ist mehr als nur Worte aufs Papier zu bringen: Es ist Dein Abenteuer!
