Perfektionismus beim Schreiben: 7 Tipps für Anfänger (inkl. 10-Minuten-Übung)

22. April 2025 | Organisation beim Schreiben

Perfektionismus beim Schreiben kennt fast jeder — er fühlt sich wie ein strenger innerer Kritiker an, der jeden Satz sofort in Frage stellt.
Entdecke sieben einfache Strategien – von realistischen Zielen über Fehlerfreundlichkeit bis zu deinem persönlichen Schreibrhythmus – und verwandle Perfektionismus in Schreibfreude.

Perfektionismus ist ein faszinierendes Biest. Einerseits treibt er uns an, unser Bestes zu geben. Er flüstert uns zu: „Du kannst das besser machen!“ Und manchmal hat er recht – ein bisschen Feinschliff hier, ein cleverer Satz da, und schon glänzt Deine Geschichte mehr. Aber andererseits kann er Dich auch komplett lahmlegen. Er verwandelt das Schreiben von einem kreativen Abenteuer in eine endlose To-do-Liste voller unerreichbarer Standards. Und plötzlich bist Du nicht mehr ein Autor, sondern ein selbstkritischer Kontrolleur, der nie zufrieden ist.

Ich kenne das nur zu gut. Als ich meinen ersten Roman schrieb, habe ich Wochen damit verbracht, das erste Kapitel zu perfektionieren. Ich wollte, dass jedes Wort singt, jeder Satz tanzt und jede Szene die Leser in Tränen ausbrechen lässt (vor Rührung, nicht vor Langeweile). Das Ergebnis? Nach drei Monaten hatte ich genau 12 Seiten – und die Hälfte davon habe ich später sowieso gestrichen. Perfektionismus: 1, Ich: 0.

Aber hier kommt die gute Nachricht: Du kannst lernen, mit ihm zu tanzen, statt gegen ihn zu kämpfen. In diesem Beitrag zeige ich Dir 7 Tipps, die praktisch, leicht umsetzbar und – das Wichtigste – die Dir helfen, Deine Geschichten fertigzustellen, ohne Dich selbst in den Wahnsinn zu treiben. Also, lass uns keine Zeit verschwenden (Perfektionisten hassen Zeitverschwendung, richtig?) und direkt anfangen!

Tipp 1: Setze realistische Ziele – Kleine Schritte statt riesiger Sprünge

Okay, lass uns ehrlich sein: Als Perfektionist hast Du wahrscheinlich schon mal gedacht: „Heute schreibe ich 5.000 Wörter, und sie werden alle genial sein.“ Und dann, nach zwei Stunden, hast Du 47 Wörter geschrieben, davon sind 46 „Ähm“ und „Vielleicht“, und Du fühlst Dich wie ein Versager. Klingt das vertraut? Willkommen in meiner Welt.

Der Fehler liegt darin, dass wir uns Ziele setzen, die so hoch sind, dass selbst Shakespeare mit einem Energy-Drink und einem Laptop daran scheitern würde. Perfektionismus liebt es, uns einzureden, dass alles, was wir schreiben, sofort brillant sein muss. Aber die Wahrheit ist: Erste Entwürfe sind selten perfekt. Und das ist okay!

Stattdessen solltest Du Dir realistische Ziele setzen. Was heißt das konkret? Zum Beispiel: „Ich schreibe heute 300 Wörter, egal wie sie klingen.“ Oder: „Ich beende diese eine Szene bis morgen Abend, auch wenn sie noch holprig ist.“ Das Schöne an solchen Zielen ist, dass sie machbar sind. Und wenn Du sie erreichst, fühlst Du Dich nicht wie ein Versager, sondern wie jemand, der Fortschritte macht.

Meine Erfahrung

Ich habe das selbst ausprobiert, und es war ein Gamechanger. Früher habe ich mir vorgenommen, „ein perfektes Kapitel“ zu schreiben – und bin kläglich gescheitert. Jetzt sage ich mir: „Ich schreibe 500 Wörter pro Tag, auch wenn sie klingen wie ein Dialog zwischen zwei Kartoffeln.“ Und weißt Du was? Am Ende der Woche hatte ich 3.500 Wörter – mehr, als ich in einem Monat Perfektionismus-Marathon geschafft habe.

Einmal habe ich sogar eine Szene geschrieben, die so schlecht war, dass meine Hauptfigur klang, wie eine schlechte Parodie auf einen Superhelden („Mit der Macht meiner Feder besiege ich das Böse!“). Aber ich habe sie stehen lassen, weil ich mein Ziel erreicht hatte – und beim Überarbeiten wurde sie tatsächlich richtig lustig.

Praktische Umsetzung

  • Fang klein an: 200–300 Wörter pro Tag sind perfekt für Anfänger. Das ist etwa eine Seite und fühlt sich machbar an.
  • Sei konkret: Statt „Ich schreibe heute viel“ sag „Ich schreibe die Szene, in der meine Figur den Brief findet“. Konkrete Ziele sind leichter zu greifen.
  • Feiere Deine Erfolge: Hast Du 300 Wörter geschafft? Gönn Dir fünf Minuten Pause, einen Keks oder einen kleinen Freudentanz. Du hast es verdient!

Kleine Übung

Setz Dir für die nächsten fünf Tage ein Ziel von 250 Wörtern pro Tag. Schreib einfach drauflos – es muss nicht gut sein, nur fertig. Am Ende der Woche hast Du 1.250 Wörter – mehr, als viele Perfektionisten in einem Monat schaffen. Wie fühlt sich das an?

Perfektionismus - Fehler machen

Tipp 2: Erlaube Dir Fehler – Perfektion kommt später

Jetzt wird’s spannend, denn ich sage Dir etwas, das Dein perfektionistisches Herz vielleicht zusammenzucken lässt: Fehler sind Deine Freunde. Ja, Du hast richtig gelesen. Fehler sind nicht das Ende der Welt, sondern der Anfang von etwas Großartigem.

Ich weiß, das klingt erst mal wie ein schlechter Witz. Fehler erlauben? Als Perfektionist? Das ist, als würde man einem Fisch sagen, er soll mal eben auf einen Baum klettern. Aber die Wahrheit ist: Niemand schreibt perfekte erste Entwürfe. Nicht die großen Autoren, und schon gar nicht ich. Und Du musst es auch nicht.

Stell Dir Deinen ersten Entwurf wie einen Haufen Ton vor. Er ist roh, unordentlich und voller Möglichkeiten. Ein Bildhauer meißelt nicht beim ersten Schlag eine perfekte Statue – er fängt an, grob zu formen, und verfeinert sie Schritt für Schritt. Genauso ist es mit Deinem Schreiben. Erlaube Dir, ungeschliffene Sätze zu schreiben, Charaktere, die noch nicht ganz stimmig sind, oder Handlungsstränge, die ein paar Löcher haben. Das ist alles Teil des Prozesses.

Meine Erfahrung

Ich erinnere mich an eine Geschichte, die ich vor Jahren geschrieben habe. Der erste Entwurf war ein Chaos – die Hauptfigur wechselte mitten im Text die Haarfarbe, und die Handlung hatte mehr Lücken als ein Schweizer Käse. Aber anstatt ihn wegzuwerfen, habe ich ihn überarbeitet. Und siehe da: Nach ein paar Runden war es eine richtig solide Geschichte. Ohne diesen unperfekten Anfang wäre ich nie so weit gekommen.

Praktische Umsetzung

  • Sag es laut: Wenn Du einen Fehler machst, sag Dir: „Das ist okay, ich kann das später fixen.“ Es klingt banal, aber es hilft.
  • Trenne Schreiben und Überarbeiten: Schreib erst alles runter, ohne zurückzublicken. Korrigieren kommt später.
  • Lies Rohentwürfe von Profis: Viele Autoren teilen ihre ersten Versionen – sieh Dir an, wie „unperfekt“ auch sie starten.

Kleine Übung

Nimm ein Blatt Papier oder öffne ein neues Dokument. Setz einen Timer auf 10 Minuten und schreib eine Szene – egal wie schlecht, holprig oder albern sie ist. Vielleicht stolpert Deine Figur über ihre eigenen Füße oder sagt etwas total Dämliches. Danach lies es durch und markiere eine Sache, die Du später verbessern könntest. Siehst Du? Fehler sind kein Drama, sondern ein Startpunkt.

Perfektionismus Tipps

Tipp 3: Finde Deinen Schreibrhythmus – Regelmäßigkeit schlägt Perfektion

Ohne einen festen Rhythmus kann Schreiben schnell zu einem Drama werden – vor allem, wenn Du ein Perfektionist bist. Du sitzt da, wartest auf den „perfekten Moment“, die „perfekte Idee“ oder die „perfekte Stimmung“. Und während Du wartest, passiert … nichts. Der perfekte Moment kommt nämlich selten von allein.

Deshalb ist eine regelmäßige Schreibroutine Gold wert. Sie nimmt den Druck raus und gibt Dir Struktur. Angenommen, Du sagst Dir: „Jeden Morgen von 8:00 bis 8:30 Uhr schreibe ich.“ Oder: „Abends, wenn die Welt schläft, gehört eine Stunde meiner Geschichte.“ Das klingt doch schon viel entspannter, oder?

Meine Erfahrung

Früher habe ich nur geschrieben, wenn ich „in Stimmung“ war – was ungefähr so oft war wie ein Regenbogen im Winter. Ergebnis: Monatelang stagnierte mein Roman. Dann habe ich beschlossen, jeden Tag 30 Minuten zu schreiben, egal ob ich Lust hatte oder nicht. Manche Tage war es Müll („Die Sonne schien. Oder auch nicht. Egal.“), aber nach einem Monat hatte ich 9.000 Wörter. Und das Beste? Ich fühlte mich wie ein echter Autor, nicht wie ein Möchtegern-Schreiber.

Einmal habe ich sogar mitten in der Nacht geschrieben, weil ich meinen Rhythmus nicht brechen wollte – und dabei kam eine Szene raus, die so gruselig war, dass ich selbst Gänsehaut bekam. Ohne Routine wäre das nie passiert.

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Praktische Umsetzung

  • Finde Deine Zeit: Bist Du ein Morgenmensch oder ein Nachtschreiber? Probier verschiedene Zeiten aus.
  • Starte klein: 15–30 Minuten pro Tag sind perfekt für den Anfang.
  • Mach’s gemütlich: Ein Lieblingsplatz – Dein Sofa, ein Café, ein Park – macht’s leichter, dranzubleiben.

Kleine Übung

Wähl eine Zeit im Tag (z. B. 20:00 Uhr) und schreib fünf Tage lang jeweils 20 Minuten. Thema egal – vielleicht eine Figur, die Du magst, oder einfach, was Dir durch den Kopf geht. Notier Dir danach, wie es sich angefühlt hat. Hat die Regelmäßigkeit den Druck rausgenommen? Wetten, ja?

Perfektionismus meistern

Tipp 4: Nutze Feedback konstruktiv – Kritik als Chance

Feedback ist für Perfektionisten so etwas wie Kryptonit: Es macht uns nervös, verletzlich und manchmal richtig wütend. Wenn jemand sagt: „Die Szene hier ist etwas verwirrend“, hören wir: „Du bist ein schlechter Autor, gib auf!“ Aber das ist Quatsch – Feedback ist ein Geschenk, keine Strafe.

Meine Erfahrung

Bei meinem ersten Roman hatte ich eine Beta-Leserin, die sagte: „Deine Hauptfigur wirkt wie ein emotionsloser Stein.“ Autsch! Mein Perfektionismus wollte sofort alles hinschmeißen. Aber ich habe tief durchgeatmet und gefragt: „Was fehlt ihr?“ Die Antwort („Sie zeigt nie, was sie fühlt“) hat mir geholfen, die Figur lebendiger zu machen. Am Ende war sie der Star der Geschichte – und das nur wegen dieses Feedbacks.

Ein anderes Mal habe ich Feedback ignoriert – jemand fand meinen Humor „zu albern“. Aber ich liebe albernen Humor, also habe ich ihn gelassen. Feedback ist eine Hilfe, kein Gesetz.

Praktische Umsetzung

  • Frag gezielt: „Was denkst Du über den Dialog?“ ist besser als „Wie findest Du’s?“
  • Atme durch: Wenn Kritik sticht, lass sie einen Tag sacken, bevor Du reagierst.
  • Such Verbündete: Freunde, Schreibgruppen oder Online-Foren geben ehrliches, faires Feedback.

Kleine Übung

Schreib eine kurze Szene (200 Wörter) und zeig sie einem Freund oder Familienmitglied. Bitte um eine Sache, die gut ist, und eine, die besser sein könnte. Notier Dir das Feedback und überleg, wie Du es nutzen kannst – ohne Dich angegriffen zu fühlen. Wie fühlt sich das an?

Perfektionismus Hobby

Tipp 5: Lerne loszulassen – Fertig ist besser als perfekt

Das ist der Tipp, bei dem Dein Perfektionismus wahrscheinlich laut „Nein!“ schreit. Loslassen? Eine Geschichte als „fertig“ akzeptieren, obwohl sie nicht perfekt ist? Klingt nach einem Albtraum. Aber glaub mir: Es ist der Schlüssel, um überhaupt etwas zu veröffentlichen.

Ich kenne das Gefühl – Du könntest ewig an einem Satz feilen, eine Szene umschreiben oder den Plot nochmal umkrempeln. Aber irgendwann musst Du sagen: „Das reicht.“ Nicht, weil es perfekt ist, sondern weil es gut genug ist. Denn eine fertige, unperfekte Geschichte ist besser als ein unfertiges Meisterwerk, das nie das Licht der Welt erblickt.

Meine Erfahrung

Bei meinem ersten Kurzgeschichtenband habe ich jede Geschichte gefühlt 25 Mal überarbeitet. Ich fand immer etwas – ein Wort, das „besser“ sein könnte, eine Szene, die „stimmiger“ sein müsste. Irgendwann habe ich mir eine Deadline gesetzt: „Nach der vierten Runde ist Schluss.“ Ich habe losgelassen, veröffentlicht – und die Leser mochten es! Einige haben sogar die „unperfekten“ Stellen geliebt, weil sie die Geschichte echt machten.

Einmal habe ich eine Geschichte mit einem total offenen Ende gelassen – mein Perfektionismus schrie: „Lös es auf!“ Aber ich habe es riskiert, und ein Leser schrieb mir später: „Das Ende hat mich die ganze Nacht wachgehalten.“ Loslassen kann Magie sein.

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Praktische Umsetzung

  • Setz Grenzen: „Nach drei Überarbeitungen ist es fertig.“
  • Hol eine zweite Meinung: Ein Freund oder Lektor kann Dir sagen, wann es „gut genug“ ist.
  • Akzeptiere Unvollkommenheit: Denk dran: Leser lieben Geschichten, keine Perfektion.

Kleine Übung

Schreib eine Mini-Geschichte (300 Wörter) in einer Stunde. Überarbeite sie genau einmal, dann lass sie liegen. Zeig sie jemandem oder lies sie selbst nach einem Tag nochmal. Ist sie perfekt? Nein. Aber ist sie gut? Bestimmt!

Perfektionismus ueberwinden

Tipp 6: Setze Prioritäten – Fokus aufs Wesentliche

Als Perfektionist willst Du wahrscheinlich alles perfekt machen: den Plot, die Charaktere, den Stil, die Beschreibungen – selbst die Farbe der Socken Deiner Nebenfigur. Aber das ist, als würdest Du versuchen, ein fünf-Gänge-Menü zu kochen, während Du gleichzeitig den Tisch deckst und die Gäste unterhältst. Es klappt nicht – und es muss auch nicht. Stichwort: Zeitmanagement.

Stattdessen solltest Du Dich fragen: Was ist in meiner Geschichte am wichtigsten? Ist es die emotionale Reise der Hauptfigur? Der spannende Twist am Ende? Konzentriere Dich auf diese Kernpunkte und lass die Kleinigkeiten etwas lockerer. Niemand wird Deine Geschichte boykottieren, weil die Beschreibung des Sonnenuntergangs nur „hübsch“ statt „atemberaubend poetisch“ ist.

Meine Erfahrung

In einem alten Projekt habe ich eine Szene geschrieben, in der meine Figur ein Abendessen kocht. Ich habe 40 Minuten damit verbracht, das perfekte Rezept zu beschreiben – bis hin zur exakten Menge an Salz. Am Ende habe ich es auf „Sie kochte etwas Leckeres“ gekürzt. Niemand hat’s vermisst! Stattdessen habe ich meine Zeit in den Dialog gesteckt, der die Szene emotional machte – und das kam gut an.

Praktische Umsetzung

  • Finde Deine Stärken: Bist Du gut in Charakteren? Mach sie unvergesslich.
  • Vergiss die Kleinigkeiten: Nicht alles braucht die gleiche Sorgfalt.
  • Frag Dich: „Was bleibt den Lesern im Kopf?“ Das ist Dein Fokus.

Kleine Übung

Schreib eine Szene (250 Wörter) und entscheide vorher, was das Wichtigste ist (z. B. der Konflikt). Gib diesem Teil 80 % Deiner Aufmerksamkeit und lass den Rest simpler. Lies es danach: Funktioniert’s? Wahrscheinlich ja!

Perfektionismus Pause machen

Tipp 7: Pflege Deine Kreativität – Schreiben soll Spaß machen

Perfektionismus kann Dir den Spaß am Schreiben rauben. Du bist so fixiert darauf, alles richtig zu machen, dass Du vergisst, warum Du überhaupt schreibst: weil Du Geschichten liebst und Deiner Fantasie freien Lauf lassen willst. Aber keine Sorge, das kannst Du ändern – indem Du Deine Kreativität wie einen kleinen Pflanzenspross hegst und pflegst.

Mach Sachen, die Dich inspirieren, ohne Druck. Versuche freies Schreiben: Setz Dich hin, stell einen Timer auf 10 Minuten und schreib alles, was Dir einfällt – ohne nachzudenken, ohne zu korrigieren. Oder schnapp Dir ein Notizbuch und sammle wilde Ideen: „Ein Drache, der Angst vor Feuer hat“ oder „Eine Detektivin, die nur mit Pflanzen spricht.“ Es muss keinen Sinn ergeben – es soll einfach Spaß machen.

Auch außerhalb des Schreibens kannst Du Deine Kreativität boosten. Geh spazieren, lies ein gutes Buch, schau einen Film oder zeichne etwas Verrücktes.

Meine Erfahrung

Ich hatte mal eine Phase, in der ich so versessen auf Perfektion war, dass ich keine Ideen mehr hatte. Dann habe ich angefangen, freies Schreiben zu machen – 10 Minuten, alles, was mir einfiel. Einmal kam dabei ein Drache raus, der Angst vor seinem eigenen Feuer hatte. Total albern, aber ich habe gelacht – und plötzlich war mein Kopf wieder frei.

Praktische Umsetzung

  • Spiel mehr: Freies Schreiben oder Skizzen lockern Dich auf.
  • Gönn Dir Pausen: Kreativität braucht Zeit zum Atmen.
  • Inspirier Dich: Lies, schau Filme, geh spazieren – alles, was Deine Fantasie weckt.

Kleine Übung

Setz einen Timer auf 15 Minuten und schreib eine wilde Idee: ein Tier als Detektiv, ein Königreich aus Käse, was auch immer. Kein Korrigieren, nur Spaß. Wie fühlt sich das an? Befreiend, oder?

Bonus-Tipp: Selbstreflexion - Erkenne Deine Stärken und Schwächen (Video)

Die 10-Minuten-Rohfassung-Übung

Diese Übung zeigt Dir am eigenen Leib, dass ein erster Entwurf nicht gut sein muss – er muss nur existieren. Du trainierst damit, Deinen inneren Kritiker bewusst auf Pause zu schalten.

Schritt 1: Wähle einen Satz als Startpunkt

Nimm einen dieser Satzanfänge – oder erfinde Deinen eigenen:

  • „Sie öffnete die Tür und wusste sofort, dass etwas nicht stimmte.“
  • „Er hatte noch nie so viele Sterne gesehen wie in dieser Nacht.“
  • „Das Café war leer – bis auf eine Person, die sie lieber nicht getroffen hätte.“

Schritt 2: Stell einen Timer auf 10 Minuten und schreib

Schreib einfach weiter, was auch immer Dir einfällt. Keine Korrekturen. Kein Zurückblättern. Wenn dir ein Wort nicht einfällt, schreib „(Wort fehlt)“ und mach weiter. Wenn Du denkst, es ist schlecht – gut. Genau das soll es sein.

Schritt 3: Lies es einmal durch – ohne zu verändern

Markiere einen Satz, der Dir gefällt. Nur einen. Er ist da, das verspreche ich Dir.

Tipp

Falls Du nach dem Timer immer noch schreibst – lass es laufen. Das ist kein Fehler, das ist Schreibfluss.

FAQ: Die häufigsten Fragen zu Perfektionismus beim Schreiben

Warum blockiert mich Perfektionismus beim Schreiben so stark?

Weil Du gleichzeitig schreiben und bewerten willst – und das funktioniert nicht. Dein Gehirn schaltet in den Kritik-Modus, bevor überhaupt ein Satz auf dem Papier steht. Das Ergebnis: Nichts entsteht, weil nichts gut genug erscheint. Der Trick ist, diese beiden Phasen zu trennen: erst schreiben, dann überarbeiten. Beim ersten Entwurf darf alles raus — gut oder schlecht.

Wie viel Überarbeiten ist normal?

Das hängt vom Projekt ab, aber als Faustregel gilt: ein bis zwei Überarbeitungsrunden reichen für die meisten Texte. Wenn Du einen Satz zum vierten Mal umformulierst und er nicht wirklich besser wird, ist das ein Zeichen, dass nicht der Text das Problem ist – sondern der Perfektionismus. Setze Dir eine feste Anzahl an Überarbeitungen und halte Dich daran.

Ich schreibe seit Wochen am ersten Kapitel – was soll ich tun?

Überspringe es. Einfach. Fang mit Kapitel zwei, drei oder einer beliebigen Szene an, die Dir leichter fällt. Das erste Kapitel wird sowieso fast immer komplett umgeschrieben, wenn der Rest steht. Viele Autoren schreiben das erste Kapitel zuletzt. Du musst nicht chronologisch vorgehen – Du musst nur anfangen.

Ist es normal, den eigenen Text zu hassen?

Ja, das ist fast universell unter Schreibenden. Profis nennen es die „mittlere Phase“ – wenn die erste Begeisterung weg ist, aber das Ende noch weit entfernt scheint. Das Gefühl, dass der Text schlecht ist, bedeutet nicht, dass er tatsächlich schlecht ist. Meist bedeutet es, dass Du kritischer wirst – was ein Zeichen von Entwicklung ist, nicht von Versagen. Schreib weiter.

Wie finde ich heraus, wann ein Text wirklich fertig ist?

Wenn Du beim dritten Durchlesen keine inhaltlichen Fehler mehr findest – nur noch Formulierungen, die Du anders machen würdest, aber nicht müsstest. Das ist der Moment, in dem Perfektionismus anfängt, Dir Zeit zu stehlen statt Qualität zu bringen. Ein praktischer Test: Lege den Text zwei Tage weg und lies ihn dann. Würde ein Leser ihn verstehen und genießen? Dann ist er fertig.

Die berühmten Schlussgedanken

Da hast Du sie – sieben ausführliche Tipps, um Deinen Perfektionismus in den Griff zu bekommen:

  1. Realistische Ziele: Kleine Schritte statt unmöglicher Sprünge.
  2. Fehler erlauben: Sie sind Deine Lehrer.
  3. Schreibrhythmus: Regelmäßigkeit ist der Schlüssel.
  4. Feedback nutzen: Kritik als Chance.
  5. Loslassen: Fertig schlägt perfekt.
  6. Prioritäten: Fokus aufs Wesentliche.
  7. Kreativität pflegen: Schreiben ist Freude.

Perfektionismus ist wie ein übereifriger Coach – er will helfen, aber manchmal muss man ihn bremsen. Mit diesen Tipps kannst Du ihn lenken und Dich aufs Schreiben konzentrieren. Also los, schnapp Dir Deine Tastatur und leg los – Deine Geschichten warten darauf, erzählt zu werden!

„Happy writing“

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Mit seinem Buch „Hilfe! Ich werde Schriftsteller“ und dem Blog „Kreative Schreibwelt“ begleitet er Dich auf Deiner eigenen Reise zum Autor. Hier teilt er nicht nur Techniken und Erfolge, sondern vor allem die echten Zweifel und Herausforderungen auf dem Weg.

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